Lisa auf Reisen

Reise nach La Palma - Lisa auf Reisen

Hallo

Hallo!

Ich bin die Lisa und ich reise gerne.

Von meiner abenteuerlichen Reise nach La Palma will ich Dir auf dieser Seite erzählen.

Bevor es mit der Reise losgeht, willst Du bestimmt wissen, was für Eine ich bin. Ich bin eine gehäkelte Stoffpuppe und ich bin ziemlich klein. So klein, dass ich bei meiner Mutter in den Rucksack passe, sodass sie mich auf all ihren Reisen mitnehmen kann. Weil meine Mutter viel verreist, komme ich also auch mächtig rum, zumindest hoffe ich das, denn bisher bin ich erst ein paar Mal verreist. Es gefällt mir aber immer besser.

So, dann kann's ja losgehen.


Flughafen Basel

Hurra! Wir fliegen nach La Palma!

La Palma ist eine kleine Insel im Atlantik. Sie gehört zu den Kanarischen Inseln.

Weil dort so viele Pflanzen wachsen, wird sie oft "Grüne Insel" oder "Schöne Insel" genannt.

Doch bevor wir auf La Palma ankommen, müssen wir mal wieder fliegen.

Diesmal fliegen wir vom Flughafen Basel los. Dieser Flughafen ist viel kleiner als der in Frankfurt und auch sehr viel leerer.

Meine Mutter findet das ganz toll, weil es nicht so anstrengend ist, aber ich finde den kleinen Flughafen in Basel ziemlich langweilig.


Unser Flugzeug

Auf einmal entdecke ich draußen unser Flugzeug.

Das finde ich jetzt sehr spannend und gar nicht mehr langweilig.

Man kann sehen, wie unser Gepäck eingeladen wird. Nach und nach wuseln viele Menschen um das Flugzeug herum und erledigen interessante Dinge, die ich aber nicht alle verstehe.

Nach viel zu langer Zeit geht es endlich los. Wir gehen durch die eckige Röhre direkt vom Flughafen zum Flugzeug.

Und dann startet das Flugzeug und es kitzelt ganz lustig im Bauch.


Unwetter

Als wir auf La Palma ankommen, haben wir zuerst großes Pech mit dem Wetter.

Ein richtiges Unwetter tobt auf der Insel mit Orkan, Regen und ganz viel Nebel.

Die Besitzer unseres Ferienhauses sagen, dass so ein Unwetter nur ganz selten vorkommt, und dass sonst das Wetter viel besser ist.

Aber das nützt uns jetzt auch nichts und so bleibt uns nichts andere übrig, als uns im Haus zu verkriechen und miteinander zu spielen. Das ist auch mal ganz schön, denn sonst haben meine Eltern nie so viel Zeit wie jetzt beim Unwetter.


Schafe

Am dritten Tag ist das Wetter endlich wieder ein bisschen besser und abends hört es für eine Weile auf zu regnen.

Darum gehen wir gleich nach draußen, um unsere Umgebung kennen zu lernen.

Ganz nah bei unserem Haus gibt es einen Wanderweg, und auf dem wandern wir ein Stück den Berg hinauf.

Bald höre ich interessante "Möh"-Geräusche. Ein paar Meter weiter sehe ich dann, woher das Gemöhe kommt: Dort sind Schafe, die mich genau so neugierig anschauen, wie ich sie.

Was sie mir mit ihrem Gemöhe wohl sagen wollen? Vielleicht: "Hallo Du da! Was bist Du denn für eine? Dich haben wir hier noch nicht gesehen."

Ich grüße freundlich zurück und dann geht es weiter auf den Berg.


Ausblick

Am nächsten Tag gehen wir in die andere Richtung und kommen bald zu einem hohen Abgrund.

Ganz weit unter uns liegt das Meer und ein breites Tal mit einer Stadt und ganz vielen Häusern.

Das Meer sieht grau aus. Schade, ich mag blaues Meer.

Meine Mutter erklärt mir, dass das Meer nur jetzt grau ist, weil am Himmel so viele Wolken hängen. Bei Sonnenschein soll auch hier das Meer blau sein. Ich hoffe, sie hat recht.


Guanchen-Stein

Bei dem Abgrund gibt es auch einen Felsen, der "Guanchen-Stein" heißt.

Man kann lauter Kratzer in dem Felsen sehen. Es sieht fast aus wie ein Bild, aber ich kann nicht erkennen, was es sein soll.

Aber warum heißt der bloß "Guanchen-Stein"?

Meine Eltern erzählen mir, dass vor langer Zeit die Guanchen auf La Palma und den anderen kanarischen Inseln lebten. Sie waren das Volk, das zuerst hier lebte. Diese Guanchen kratzten hier auf La Palma gerne Bilder in Steine. Das hat bestimmt viel Arbeit gemacht, denke ich mir.

Ich frage, wo die Guanchen denn jetzt sind.

Dann erfahre ich eine traurige Geschichte. Eines Tages kamen die Spanier mit großen Schiffen und wollten die kanarischen Inseln für sich haben. Darum bekämpften sie die Guanchen und nahmen sie gefangen. Viele Guanchen starben in dieser Zeit. Aber manche Spanier heirateten auch Guanchen und bekamen Kinder, die beides sind, Spanier und Guanchen. Darum leben die Guanchen in den heutigen Bewohnern weiter, auch wenn sie als Spanier gelten.

Das beruhigt mich ein wenig.


Abgrund

Wenn man in die andere Richtung schaut, sieht man den Abgrund noch viel deutlicher.

Die Wolken hängen an dem Felsen und kommen nicht so recht drüber hinweg.

Dieser Abgrund ist vor langer, langer Zeit entstanden. Damals gab es einen riesigen Erdrutsch, weil unter dem Vulkan, der hier stand, ein großer Hohlraum entstanden ist. Dieser Hohlraum ist irgendwann eingekracht und hat einen gigantischen Krater geschaffen.

Der Abgrund, an dem wir hier stehen, ist die Verbindung zwischen dem Krater und dem Meer.

Von dem Riesenkrater sehe ich heute fast gar nichts, weil alles voller Wolken ist. Aber vielleicht gibt es ja noch mal einen Tag mit besserem Wetter.


Aloe

Auf dem Rückweg kommen wir an einer hübschen Blume vorbei.

Diese Blume hat unten ganz dicke Blätter, die am Ende spitz sind.

Meine Mutter erklärt mir, dass diese Pflanze eine Aloe ist.

Aber es ist nicht die Aloe vera, aus der viele Hautcremes gemacht werden, denn die Aloe vera hat gelbe Blüten.

Die Aloe hier sieht aber sonst ganz ähnlich aus wie die Aloe vera.


Palmen

Vor unserem Ferienhaus stehen zwei große Palmen.

Die eine Palme hat in der Mitte orangene Büschel, das sind ihre kleinen Datteln.

Die Datteln von diesen Palmen sind leider nur winzig klein. Darum werden sie normalerweise nicht von Menschen gegessen, sondern den Schweinen und Ziegen gegeben.

Aber ich habe mal eine dieser kleinen Datteln probiert, die überall auf dem Boden liegen, natürlich eine ganz saubere.

Ich finde, die schmecken lecker, aber außer eine süßen Hülle und einen Kern ist fast nix dran.


Torre del Time

Am nächsten Tag sieht das Wetter zuerst ganz gut aus, und darum wandern wir am Abgrund entlang immer weiter nach oben.

Aber die Wolken um uns herum werden immer dichter und wir werden ganz schön feucht von den vielen kleinen Tropfen in der Luft.

Trotzdem steigen wir fleißig weiter nach oben.

Nach einer Weile kommen wir zu einem Turm, der "Torre del Time" heißt.

"Torre" ist das spanische Wort für "Turm" und "Time" ist der Name von dem großen Abgrund. Es heißt also "Turm am Time-Abgrund". Der Turm wird wohl hauptsächlich dafür genutzt, um bei trockenem Wetter nach Feuer Ausschau zu halten, damit man es schnell löschen kann.

Im Moment braucht man aber nicht nach Feuer suchen, denn vor lauter Nebel sieht man kaum den Turm und es ist überall ganz feucht.

Kaum sind wir bei dem Turm angekommen, fängt es auch noch an, richtig doll zu regnen. Als wir später im Ferienhaus ankommen, sind wir klitschnass geworden.


Aridane-Tal

Noch einen Tag später ist das Wetter dann wirklich viel besser geworden. Ein paar Wolken sieht man aber immer noch am Himmel.

Diesmal gehen wir am Abgrund entlang immer weiter nach unten.

Bald haben wir einen schönen Blick über das breite Tal. Es heißt "Aridane-Tal" und dort gibt es viele Städte und Dörfer.

Ich erfahre, dass auch das Aridane-Tal bei einem großen Erdrutsch entstanden ist.

Die hohen Vulkan-Berge in der Mitte der Insel waren wohl irgendwann zu steil geworden und eines Tages ist die eine Seite der Bergkette einfach abgerutscht. Ein Teil der Erdmassen ist ins Meer gerutscht, aber das Meiste hat sich in der Ebene verteilt.

Dadurch ist das breite Aridane-Tal entstanden, wo es jetzt allmählich bergauf geht.

Ich stelle mir vor, dass es bestimmt ganz gewaltig gerummst hat, als der Erdrutsch passiert ist. Wie gut, dass das schon so lange her ist. Ich hätte Angst, wenn sowas jetzt passieren würde.


Mirador del Time

Nach einer Weile sehen wir unten eine Straße und ein hässliches Haus.

Das Haus soll der "Mirador del Time" sein. "Mirador" heißt "Aussichtsplatz" und "Time" kennen wir ja schon. Es heißt also "Aussichtsplatz am Time-Abgrund".

Prima, da freue ich mich schon auf die schöne Aussicht. Aber eigentlich haben wir auch unterwegs schon immer wieder schöne Aussicht gehabt.

Schließlich kommen wir beim Mirador del Time an. Auf der Terasse des Hauses ist die Aussicht tatsächlich sehr schön. Das beste aber ist der Kuchen dort, denn der ist sehr lecker.


Barranco de las Angustias

Vom Abgrund aus kann man auch zu dem großen Krater gucken, der meistens "Caldera" genannt wird.

Der Weg dorthin führt durch eine tiefe Schlucht, zu der auch unser Abgrund gehört.

Die Schlucht heißt "Barranco de las Angustias", das heißt "Sclhucht der Todesängste". Wie aufregend!

Ob man wohl Todesängste ausstehen muss, wenn man dort entlang wandert?

Das werde ich aber auf dieser Reise nicht erfahren, denn die Todesängste-Schlucht ist immer noch wegen des Unwetters gesperrt.

Eines finde ich aber merkwürdig, wenn ich hier auf die Landschaft gucke: Überall gibt es große weiße Flecken. Was es wohl damit auf sich hat?


Bananen-Zelt

Ich guck also mal ganz genau hin zu einem besonders großen weißen Fleck.

Es sieht aus wie ein riesengroßes Zelt, oder nein, es sind mehrere Riesenzelte, die ganz dicht nebeneinander stehen.

Wozu brauchen die hier denn so große Zelte?

Meine Mutter erklärt mir, dass in diesen Zelten Bananen angebaut werden. Die Zelte verhindern, dass zu viel Wasser verdunstet und die Bananen vertrocknen. Bananen brauchen nämlich sehr viel Wasser und hier regnet es nur selten, zum Beispiel in den letzten Tagen.

Normalerweise ist es aber meistens trocken, und dann müssen die Bauern die Bananenpflanzen fleißig gießen und das kostet sehr viel Geld.

Darum bauen sie die Riesenzelte, damit sie weniger gießen müssen.

Das verstehe ich, aber ob ich die vielen Zelte schön finde, weiß ich noch nicht.


Meerblick

Auch zum Meer kann man heute wieder gucken.

Es sieht schon etwas blauer aus als beim letzten Mal.

Ob das Wetter wohl noch mal schön genug wird, um im Meer baden zu gehen?


Lava-Strom

Am nächsten Tag geht es aber erstmal zur nächsten Wanderung und nicht zum Baden.

Wir wandern zu einem Lavastrom.

Was ist denn das schon wieder?

Also: superheiße Lava fließt aus Vulkanen, wenn sie ausbrechen.

Lava ist sowas wie Steine, die vor lauter Hitze flüssig geworden sind.

Die ganze Insel La Palma ist vor Millionen von Jahren aus Lava entstanden, weil hier Vulkane immer wieder ausgebrochen sind. Zuerst haben sie unter Wasser, im Meer, ihre Lava ausgespuckt und dann wuchsen die Lavaberge immer höher, bis eine Insel aus dem Wasser guckte. Die Insel wuchs und wuchs und so ist La Palma entstanden. Aber das ist schon sehr lange her.

Hier auf La Palma schlafen die Vulkane aber nicht, sondern sie sind immer wieder fleißig am spucken.

Der Lavastrom, auf dem wir heute wandern, ist im Jahre 1949 entstanden. Meine Oma hätte das als Kind miterleben können, wenn sie damals hier zu Besuch gewesen wäre.

Die Lava ist von einem Loch oben in den Bergen bis hier runter geflossen.

Es sieht aus wie ein Fluss aus Steinen.


Lava im Tal

An einigen Stellen besteht die Lava aus dicken Brocken. Da war die Lava schon ziemlich abgekühlt und ist nur noch langsam geflossen. Dabei sind dann die Brocken entstanden.

Weiter oben sieht die Lava ganz anders aus, viel flüssiger, aber natürlich ist sie inzwischen auch schon fester Stein.

Als der Vulkan damals ausgebrochen ist, hat die Lava ein kleines Dorf unter sich begraben. Das war bestimmt sehr schlimm für die Leute, die dort gelebt hatten. Die hatten dann ja gar kein Zuhause mehr, als die Lava über ihre Häuser geflossen ist.

Aber bestimmt haben sie wieder neue Häuser bekommen. Sonst würden sie hier ja weinend am Lavastrom sitzen, aber hier sitzt niemand und weint.

Im Dorf neben dem Lavastrom ist alles ganz normal, mit Geschäften, Wirtshaus und lachenden Kindern.


Spielplatz el Pilar

Das Wetter wird immer schöner. Darum wollen wir heute zu der hohen Vulkankette wandern, wo damals die Lava rausgeflossen ist.

Wir parken mitten im Wald bei einem tollen Spielplatz.

Hier gibt es jede Menge Spielgeräte und auch eine Seilbahn, aber die funktioniert zur Zeit nicht - schade.

Gerne will ich eine Weile mit den Kindern hier auf dem Spielplatz toben.


Grillplatz

Für die Erwachsenen gibt es neben dem Spielplatz ganz viele Grillhäuschen.

Wenn man hier Grillzeug dabei hat, können die Eltern leckere Sachen grillen und wenn die Kinder hungrig vom Toben sind, gibt es lecker Würstchen und so.

Weil ich Feuer spannend finde, helfe ich auch gerne beim Grillen, und ich bin auch ganz vorsichtig, damit ich mir nicht die Finger verbrenne.

Heute haben wir aber keine Zeit zum Grillen, denn wir wollen ja einen Vulkan besteigen.


Wanderweg

Am Ende des Spielplatz führt ein Wanderweg zum Vulkan.

Zuerst geht es durch den Wald mit lauter Nadelbäumen und immer steil bergauf.

Der Wanderweg ist ganz weich, weil ganz viele Tannennadeln auf dem Boden liegen. Das ist wie eine weiche Matratze aus lauter Tannennadeln.


Birigoyo-Krater

Bald hört der Wald auf, und wir gehen auf lauter kleinen Steinen weiter nach oben.

Schließlich kommen wir zu einer breiten Kuhle und dahinter sehen wir einen hohen Berg.

Die Kuhle ist ein alter Vulkan-Krater, erfahre ich.

Es ist aber schon lange her, dass der Vulkan hier ausgebrochen ist, denn inzwischen sind schon Bäume in dem Krater gewachsen.

Der Weg bis auf den Gipfel des Vulkanberges ist ganz schön anstrengend, so stark geht es immerzu bergauf.

Der Vulkan, auf den wir steigen, heißt übrigens "Birigoyo" und ich weiß nicht, was das bedeutet.

Es ist der erste Vulkangipfel von einer ganzen Reihe von Vulkanen, die einer hinter dem anderen stehen.


Insel Ausblick

Endlich sind wir oben angekommen.

Von hier oben haben wir eine sagenhafte Sicht!

Was es hier alles zu sehen gibt. Ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Zuerst sehe ich ganz viele Wolken, und zwar von oben. Wir sind also über den Wolken. Hier ist tollster Sonnenschein und da unter den Wolken haben die Leute wohl nicht so schönes Wetter.

Die Wolken liegen wie eine Decke auf der Insel.

Weiter hinten guckt aber ein großer, dicker Berg aus den Wolken. Das ist der Berg, an dem auch der tiefe Abgrund ist, bei dem wir in den Anfangstagen oft gewandert sind. Und hinter eine vorderen Bergreihe kann man auch den Riesenkrater sehen, der immer "Caldera" genannt wird. Mit vollem Namen heißt die Caldera eigentlich "Caldera de Taburiente".

Zwischen dem großen Caldera-Berg und dem Birigoyo, auf dem wir stehen, gibt es eine Art Bergkamm, der aus den Wolken rausguckt und wie eine Brücke zwischen hier und dort aussieht.


Blick nach Teneriffa und La Gomera

Nach einer Weile habe ich mich an den Bergen in den Wolken sattgesehen und schaue in die andere Richtung.

Und was sehe ich da mitten im Meer, wenn ich ganz genau hingucke?

Da sind doch noch andere Inseln zu sehen. Sie sind aber ganz klein und fast so blau wie das Meer, gucken nur ein bisschen darüber hinaus.

Die große Insel mit dem spitzen Berg in der Mitte heißt "Teneriffa". Dort waren wir auch kurz auf unserer Reise nach La Palma, als wir von einem Flugzeug ins andere umgestiegen sind.

Und die kleinere Insel am rechten Rand des Bildes heißt "La Gomera".

Auf diese Inseln will ich auch mal reisen und sie mir genau anschauen. Oh, ich habe noch viele Reisewünsche!


San Juan Vulkan

Beim Abstieg vom Birigoyo kommen wir noch an einem kleinen Vulkan vorbei, der "San Juan" heißt.

Das ist der Vulkan, der damals im Jahr 1949 ausgebrochen ist. Davon sieht man jetzt gar nichts mehr.

Aber warum heißt der "San Juan"?

Zuerst erklärt mir meine Mutter, dass "San Juan" der spanische Name für den heiligen Johannes ist, den "Sankt Johannes".

Ja gut, und was hat das mit dem Vulkan zu tun?

Der Festtag vom heiligen Johannes ist jedes Jahr der 24. Juni, also mitten im Sommer.

Genau am 24. Juni ist damals, im Jahr 1949, der Vulkan ausgebrochen und darum wurde er nach dem "San Juan" benannt.


Ufo

Am nächsten Tag fahren wir endlich ans Meer, zum Baden. Hurra!

Auf dem Weg zum Meer kommen wir an einem merkwürdigen Gebilde vorbei.

Das Ding wird von den Menschen, die hier leben, "Ufo" genannt, weil es so aussieht, wie eine fliegende Untertasse, die hier gelandet ist.

Es steht mitten in einem Irgendwas, das einmal ein Meeresschwimmbecken werden sollte.

Weil das mit dem Meereschwimmbecken nichts geworden ist, und weil das komische Ufo inzwischen alt und oll geworden ist, soll es bald abgerissen werden.

Ich vestehe auch nicht ganz, wozu man hier ein Meeresschwimmbecken braucht, denn da hinten ist doch der Strand und man kann direkt im Meer baden.

Nichts wie hin zum Strand!


Strand

Endlich sind wir am Strand!

Das Meer ist blau, die Sonne scheint und hier ist es auch viel wärmer als oben in den Bergen.

Die Wellen sind hier auch nicht sehr hoch, darum darf ich als Kind auch ohne Gefahr baden.

Das mache ich jetzt gleich ganz ausgiebig.

Die Wellen spülen lustig um meine Beide.


Puerto Tazarcorte

Wenn man am Strand weiter geht, sieht man ganz viel Treibholz rumliegen.

Das hat bestimmt das Unwetter angespült.

Die Leute bauen lustige Türme aus dem Treibholz und hängen ihre Handtücher dort zum Trocknen hin.

Weiter hinten sieht man auch den Strand-Ort, in dem wir vorher waren.

Die Häuser sind hübsch bunt, aber sonst hat mir der Ort nicht so toll gefallen. Das Meer ist viel besser!


Eidechse

Bei unserem Ferienhaus gibt es ganz viele Eidechsen, die zwischen den Felsen leben.

Manchmal kommen sie raus aus ihren Ritzen und genießen die warme Sonne.

Diese hier schaut mich ganz freundlich an.

Ob sie mich wohl mag?

Damit ich sie nicht erschrecke, komme ich ihr aber nicht zu nahe, denn sonst würde sie bestimmt schnell weghuschen.


Wanderweg

Heute wollen wir zur Piratenbucht wandern - wie aufregend!

Zuerst geht es über Wiesen mit vielen Büschen immer weiter nach unten.

Dort sehe ich auch ein großes Kaktus-Gebüsch.

Diese Art von Kaktus nennt sich Feigen-Kaktus.

Warum wohl?


Kaktus-Feigen

Als ich näher komme, bekomme ich schnell eine Antwort auf meine Frage.

An den dicken Blättern der Kaktus-Pflanze wachsen rote Kaktus-Feigen.

Die kenne ich schon aus dem Supermarkt, und das sind leckere Früchte, die man essen kann.

So wachsen die also wie knubbelige Finger an den Kaktuspflanzen.

Am liebsten würde ich mir gleich eine abmachen und essen.

"Halt! Halt!" ruft meine Mutter. "Die Früchte sind sehr stachelig!"

Sie erklärt mir, dass die Kaktus-Feigen in der freien Natur ganz viele winzige Stacheln haben, die aber sehr doll pieksen und brennen können, obwohl sie so klein sind. Man kann die auch ganz schlecht wieder aus der Haut ziehen, weil man sie kaum sieht.

Wenn man wilde Kaktusfeigen essen will, sollte man sie mit einem Stück dick gefaltetem Zeitungspapier anfassen und erst mal gründlich mit dem Papier abrubbeln, bevor man sie schält.

Die Kaktusfeigen im Supermarkt sind schon von den Bauern gründlich abgerubbelt worden.


Cochenille Läuse

Die Früchte sind aber nicht das Einzige, was an den Feigen-Kaktusse interessant ist, erfahre ich.

Auf vielen Kaktus-Blättern sieht man schwarze Knubbel, die von einer weißen Schicht umhüllt sind.

Wenn man ganz genau hinschaut, kann man sehen, dass die schwarzen Knubbel kleine Tiere sind.

Es sind die Cochenille-Läuse.

Diese Läuse leben immer nur auf Feigen-Kaktusse.

Sie produzieren einen roten Farbstoff, den man zum Färben nehmen kann.

Wegen dieser roten Farbe wurden die Feigen-Kaktusse früher auf den kanarischen Inseln angebaut, denn mit dem Farbstoff konnte man gut Geld verdienen.

Heutzutage wird zum Färben aber meistens chemische Farbe genommen, und darum lohnt sich der Anbau der Cochenille-Läuse nicht mehr.

Manchmal bekommt man diese Farbe aber noch zum Eierfärben und als Bio-Lebensmittel-Farbe.


Klippen

Nach einer Weile kommen wir ans Ende der buschigen Wiese.

Ab hier geht es steil nach unten bis zum Meer.

Oh je! Sollen wir so steil runterklettern, um zur Piratenbucht zu kommen?

Zum Glück gibt es einen Wanderweg, der in Serpentinen-Kurven nach unten führt. Es ist also nicht ganz so steil, wie es zuerst aussieht, aber immer noch sehr, sehr steil bergab.

Wir müssen sehr gut auf unsere Füße aufpassen, dass wir nicht stolpern und runterfallen.


Piratenbucht

Dann haben wir es endlich geschafft. Wir sind in der Piratenbucht angekommen.

Hier ist eine große Höhle direkt am Meer.

In der Höhle sehe ich lauter kleine Häuschen.

Aber wo sind die Piraten?

Bei dieser Frage wird mir ein wenig ängstlich zumute, denn eigentlich fürchte ich mich vor Piraten, aber neugierig bin ich trotzdem.

Piraten gibt es hier schon lange nicht mehr, erklärt mir meine Mutter.

Jetzt kommen Fischer hier her, um von hier aus mit ihren Booten ins Meer zu fahren. Denn da oben, wo sie wohnen, im Ort Tijarafe, gibt es natürlich kein Meer, weil es viel zu weit oben ist.

Auch andere Bewohner von Tijarafe haben sich hier ein Häuschen gebaut, und kommen am Wochenende her, um gemütlich zu grillen und am Meer zu sitzen.

Manche der kleinen Häuser können auch von Urlaubern gemietet werden.

In einem kleinen Felsbecken gibt es sogar ruhiges Wasser, wo man baden kann.

Ich finde dieses kleine Piraten- nein Fischer-Dorf wunderschön und möchte am liebsten ein paar Tage hier bleiben.


Roque de los Muchachos

Am nächsten Tag wollen wir aber ganz hoch hinaus.

Es geht zum höchsten Berg von La Palma, dem "Roque de los Muchachos".

Das ist mal wieder so ein lustiger Name, dessen Bedeutung man auch verstehen kann.

"Roque" heißt "Felsen" und "Muchachos" heißt "Jungs". Der Berg heißt also der "Felsen der Jungs", und wenn man sich die drolligen Felsen hinter mit anschaut, dann versteht man auch, warum er so heißt. Die Felsen auf seiner Spitze sehen nämlich aus wie Jungs, die da rumstehen.

Der Roque de los Muchachos ist 2.426 Meter hoch, also schon ein ordentlich hoher Berg.


Caldera-Rand

Der Roque de los Muchachos ist die höchste Spitze des Berges mit der Caldera de Taburiente.

Von hier aus geht es supersteil in das tiefe Loch der Caldera.

Man kann die steilen Felswände sehr gut sehen, die hier nach unten fallen, als wären sie abgeschnitten.


Steinmuster

An einer flachen Stelle sehe ich eine Spirale, die aus lauter kleinen Steinen gelegt worden ist.

Das waren bestimmt Wanderer, denen die Steinritzungen der Guanchen so gut gefallen haben, dass sie sie als Steinmuster nachgelegt haben.

Über die Steinspirale und viele steile Felsen hinweg kann man auch bis zum Meer sehen.


Insel-Blick

In Richtung Süden kann man von hier aus fast über die ganze Insel schauen.

Ich sehe weiter hinten auch den Birigoyo-Vulkan, auf den wir vor ein par Tagen gestiegen sind.

Er verschwimmt ein bisschen mit all den anderen Vulkanen, die noch hinter ihm aufgereiht sind.

Und die Wolken liegen wieder auf beiden Seiten der Vulkane, wie eine weiche Bettdecke.


rabe

Rabe

Auf dem Roque de los Muchachos gibt es auch viele Raben.

Die großen, schwarzen Vögel hüpfen hier umher und betteln die Wanderer an, ihr Picknick mit ihnen zu teilen.

Wenn Wanderer diesem Wunsch folgen und Essen auf den Boden werfen, springen die Raben gleich herbei und schnappen sich das Essen mit dem großen, schwarzen Schnabel.

Der Rabe auf dem Bild hält wohl listig Ausschau nach neuen Wanderern, die gerade etwas zu essen auspacken.


Observatorium

Auf dem Roque de los Muchachos gibt es noch eine Besonderheit: ganz viele Teleskope, die ein großes Observatorium bilden.

Diese Teleskope sind nicht einfach Fernrohre, sondern ganze Häuser mit runden Kuppeln. In diesen Häusern stehen die Teleskope.

Davon gibt es hier eine ganze Menge. Sie haben ganz verschiedene Aufgaben.

Mit den meisten kann man natürlich Sterne angucken, aber es gibt auch welche, um die Sonne genau zu betrachten.

Die Teleskope stehen hier auch dem höchsten Berg von La Palma, weil hier die Luft besonders klar ist, wenn es keine Wolken gibt.

Die Forscher kommen aus ganz Europa, um hier oben Sterne und Sonne anzuschauen.


Teleskop

Auch als Urlauber kann man sich hier ein Teleskop mieten, denn auch weiter unten ist der Sternenhimmel bei gutem Wetter besonders schön klar.

Meine Eltern haben sich so ein Teleskop gemietet, und ich darf auch mal durchschauen.

Tagsüber geht das natürlich nur, um die Sonne anzuschauen, und dazu braucht man einen Sonnenfilter, der das Auge vor der starken Helligkeit der Sonne schützt. Und weil das so gefährlich ist, darf ich nie alleine die Sonne beobachten.

Wenn man direkt in die Sonne schaut, wird man nämlich blind.


Sternenhimmel

Abends und nachts kann man ganz toll die Sterne sehen. Mit dem Teleskop sieht man natürlich viel mehr Sterne als mit bloßen Augen.

Hier sieht man ein Bild des Sternenhimmels.

Die hellsten Sterne in diesem Bild sind das Sternbild "Orion", das einen Jäger darstellen soll.

Man kann den Orion sehr gut an seinem Gürtel erkennen, der von drei Sternen gebildet wird.

Darunter sieht man noch mal drei Sterne, die dichter zusammenstehen und etwas kleiner sind. Das ist das Schwert vom Orion, das an seinem Gürtel hängt.

Unten sieht man die Füße vom Orion. Der helle Stern von den Füßen heißt "Rigel".

Noch viel lustiger heißt der rote Stern ganz oben, der eine Schulter darstellt, der heißt nämlich "Beteigeuze".

Die meisten Stern-Namen sind uralt und kommen aus Griechenland oder Arabien. Vor allem die arabischen Namen klingen für uns oft drollig.


Flughafen La Palma

Schade! Der schöne Urlaub ist schon wieder vorbei und wir müssen nach Hause reisen.

Wir starten vom Flughafen La Palma.

Dieser Flughafen ist noch viel leerer als der Flughafen Basel.

Er ist ziemlich groß und dabei fliegen hier jeden Tag nur wenige Flugzeuge los.

Die Leute, die diesen Flughafen gebaut haben, hatten wohl auf viel mehr Besucher gehofft.


Flugstart

In der Wartezeit kann ich ein Flugzeug beim Starten sehen.

Das ist sehr aufregend.

Erst ist das Flugzeug noch auf dem Boden herumgerollt, dann hat man es eine Weile nicht mehr gesehen.

Und plötzlich kam es herangesaust und schon war es in der Luft.

So werden wir auch gleich in die Luft fliegen und dann geht es auf in die Heimat.

Aber ich hoffe, wir verreisen bald wieder, denn mir macht das Reisen wirklich viel Spaß.

  


  
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